Gestern hatte ich das Vergnügen, in ein Sommergewitter zu geraten. Ich schlenderte in der Prater Hauptallee, und als aufmerksamer Mensch entging mir freilich nicht, dass der Himmel von schwarzen Wolken überzogen ward. Dennoch trat ich nicht den vorzeitigen Heimweg an. Schließlich waren die Vorboten eines Gewitters auch am Vortag als Himmelsphänomen aufgetreten.
Knapp nach sechzehn Uhr hörte ich die Hagelkörner auf die Blätter der Bäume treffen. Anfangs fielen zart ein paar Körnchen, und es gesellten sich ein paar Tröpfchen dazu. Innerhalb weniger Minuten aber bildeten sich schon Rinnsäle und einige Passanten suchten Schutz unter Bäumen, obzwar der schwere Regen sich auch von Baumkronen nicht aufhalten ließ.
Trotz meines Weges der Allee entlang war meine Kleidung innerhalb weniger Minuten durchnässt. Warum sollte ich wie einige andere Menschen durch die Allee oder Nebenwege laufen, wo es vor dem Regen keinen Ausweg gab? Ich nahm den Regen als gegeben hin, und schritt munter drauf los. Die Natur braucht hie und da ein kräftiges Gewitter zur Regeneration. Der Stadtmensch ist vor Gewittern nicht gefeit, das wäre ja noch schöner. Ich bewegte mich also wie geplant Richtung Straßenbahn-Station, die noch ganz schön weit entfernt war. Und was traf ich nur für lustige Gesellen! Vom Regen frontal betroffene Radfahrer versteckten sich unter Regenjacken, eine Frau stand mit einem Kinderwagen an einem Ort, wo sich ringsum eine mächtige Pfütze bildete, und ein paar Läufer nahmen den Regen zum Anlass, eine frische Dusche zu genießen.
Nach einer guten Stunde hatte der Regen etwas nachgelassen. Ich bedauerte meinen Aufenthalt im Freien nicht. Kein Mensch ist aus Zucker, und ein Gewitter lässt sich nicht abschalten wie eine schlechte Fernsehsendung. Der Wettergott grollt manchmal heftig, und das muss ihm niemand streitig machen. Das Leben besteht nicht nur aus Sonnenschein.
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Freitag, 1. August 2008
Freitag, 18. Juli 2008
Sommerloch
Von Sommer kann bislang kaum die Rede sein, wenngleich er in meteorologischer Hinsicht schon seit mehreren Wochen da sein sollte. Ein paar Mal habe ich mich im kühlen Nass abgekühlt, und das war es auch schon.
Das Sommerloch macht sich aber auch in meinem Blog breit. Der Hauptgrund hierfür liegt darin, dass ich intensiv an einem Roman schrieb, der jetzt (vorläufig) beendet ist. Ob es aber überhaupt so viel an dieser Stelle zu schreiben gibt? Nun gut, ich war sehr verwundert darüber, dass Mister Obama plötzlich die Todesstrafe befürwortet. Er will mit dieser Rechtsdrehung offenbar ein paar Stimmen von Unentschlossenen für sich gewinnen. Mc Cain hat ihm in diesem Zusammenhang jedoch einiges voraus, sodass die Wendung von Obama keineswegs eine Garantie für eine erfolgreiche Wahl ist. Diese hell leuchtende „Zukunftsvision“ ist auch nur Amerikaner, und wer je geglaubt hat, er würde das ganze System in Frage stellen, und tatsächlich eine soziale und pazifistische Einstellung über das Land auswerfen, mag sich getäuscht haben. „Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ wird bald den schlechtesten Präsidenten in seiner Geschichte hinter sich haben, und es kann ohnehin nur besser werden. Ob aber Obama eine Neuorientierung sondergleichen durchsetzen wird? Glaube ich, ehrlich geschrieben, kaum…
In kleinerem Maße kann dies auch von der zukünftigen österreichischen Regierung gesagt werden. Die Neuwahlen Ende September werden nichts daran ändern, dass der Wurm im politischen Zankapfel steckt. Das die SPÖ sich nun als „soziale“ Partei brüstet, und verkündet, sie wäre weiter bemüht, soziale Themen in den Blickpunkt zu setzen, und viel für die sogenannten „Kleinen“ zu erreichen, Mumpitz. Das über den Tisch ziehen lassen wird weitergehen, wenn die SPÖ wieder knapp die Nase voran hat. Ansonsten kann die ÖVP sozusagen „legitim“ rechtskonservative Absurditäten fördern. Und der lachende Dritte könnte die FPÖ sein, die auf Bierzelt-Niveau gar nicht mal groß demagogisch auftreten muss, um die Unzufriedenen zu erreichen. Die GRÜNEN werden sich wieder ein Match mit ihnen liefern, und vielleicht geht sich ja doch mal ein kleiner „Sieg“ aus…
Die Europameisterschaft ist vorbei, und die olympischen Spiele in Peking stehen kurz bevor. Ein sportliches Großereignis jagt das Nächste, und wenn dann wieder die Ski-Saison beginnt, hat der Österreicher endlich einen Grund, seinen Patriotismus zu zelebrieren.
Täglich passieren die unfassbarsten Dinge auf dieser Welt, und im medialen Fokus stehen doch meist die Gewinner des ausufernden Neoliberalismus. Wer im Schatten steht, hat nichts zu sagen. Dafür besteht für die in der Sonne Brutzelnden die große Chance, einen Sonnenbrand abzubekommen. Also so schlecht ist es gar nicht, sich regelmäßig im Schatten aufzuhalten.
Ach, und wann beginnt endlich der Sommer 2008?
Das Sommerloch macht sich aber auch in meinem Blog breit. Der Hauptgrund hierfür liegt darin, dass ich intensiv an einem Roman schrieb, der jetzt (vorläufig) beendet ist. Ob es aber überhaupt so viel an dieser Stelle zu schreiben gibt? Nun gut, ich war sehr verwundert darüber, dass Mister Obama plötzlich die Todesstrafe befürwortet. Er will mit dieser Rechtsdrehung offenbar ein paar Stimmen von Unentschlossenen für sich gewinnen. Mc Cain hat ihm in diesem Zusammenhang jedoch einiges voraus, sodass die Wendung von Obama keineswegs eine Garantie für eine erfolgreiche Wahl ist. Diese hell leuchtende „Zukunftsvision“ ist auch nur Amerikaner, und wer je geglaubt hat, er würde das ganze System in Frage stellen, und tatsächlich eine soziale und pazifistische Einstellung über das Land auswerfen, mag sich getäuscht haben. „Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ wird bald den schlechtesten Präsidenten in seiner Geschichte hinter sich haben, und es kann ohnehin nur besser werden. Ob aber Obama eine Neuorientierung sondergleichen durchsetzen wird? Glaube ich, ehrlich geschrieben, kaum…
In kleinerem Maße kann dies auch von der zukünftigen österreichischen Regierung gesagt werden. Die Neuwahlen Ende September werden nichts daran ändern, dass der Wurm im politischen Zankapfel steckt. Das die SPÖ sich nun als „soziale“ Partei brüstet, und verkündet, sie wäre weiter bemüht, soziale Themen in den Blickpunkt zu setzen, und viel für die sogenannten „Kleinen“ zu erreichen, Mumpitz. Das über den Tisch ziehen lassen wird weitergehen, wenn die SPÖ wieder knapp die Nase voran hat. Ansonsten kann die ÖVP sozusagen „legitim“ rechtskonservative Absurditäten fördern. Und der lachende Dritte könnte die FPÖ sein, die auf Bierzelt-Niveau gar nicht mal groß demagogisch auftreten muss, um die Unzufriedenen zu erreichen. Die GRÜNEN werden sich wieder ein Match mit ihnen liefern, und vielleicht geht sich ja doch mal ein kleiner „Sieg“ aus…
Die Europameisterschaft ist vorbei, und die olympischen Spiele in Peking stehen kurz bevor. Ein sportliches Großereignis jagt das Nächste, und wenn dann wieder die Ski-Saison beginnt, hat der Österreicher endlich einen Grund, seinen Patriotismus zu zelebrieren.
Täglich passieren die unfassbarsten Dinge auf dieser Welt, und im medialen Fokus stehen doch meist die Gewinner des ausufernden Neoliberalismus. Wer im Schatten steht, hat nichts zu sagen. Dafür besteht für die in der Sonne Brutzelnden die große Chance, einen Sonnenbrand abzubekommen. Also so schlecht ist es gar nicht, sich regelmäßig im Schatten aufzuhalten.
Ach, und wann beginnt endlich der Sommer 2008?
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