Erstmals in der Geschichte der "Oscar"-Verleihungen wurde einem österreichischen Film die Ehre zuteil, als bester ausländischer Film prämiert zu werden. Ich muß zugestehen, mir "Die Fälscher" bis dato nicht angesehen zu haben; werde dies aber bald nachholen.
"Die Siebtelbauern" habe ich vor vielen Jahren gesehen, und geschätzt. Stefan Ruzowitzky ist seinen Weg als Regisseur konsequent weiter gegangen, und konnte nun einen Erfolg einheimsen, den wohl die wenigsten Filmkritiker erwartet hätten.
Es sei ihm und dem österreichischen Film gegönnt, im Fokus der Öffentlichkeit zu stehen. Vielleicht ist dies auch ein Anreiz dafür, der Filmförderung in Österreich mehr Mittel zuzugestehen. Ein "Oscar" für den Hochglanz-Streifen "Schlafes Bruder" hätte mich seinerzeit kaum interessiert, doch mit "Die Fälscher" wurde ein Film prämiert, der eine ungewöhnliche Geschichte erzählt, die weit über die Grenzen Österreichs hinaus nunmehr für Reflexion und Erkenntnisgewinn zahlreicher Zuschauer sorgen mag.
http://news.orf.at/video/iptvpopup.html?oscars_2008_edit.wmv
Montag, 25. Februar 2008
Samstag, 16. Februar 2008
Zentralfriedhofs-Führer
Nunmehr ist mein Zentralfriedhofs-Führer, der bislang nur als Mobilebook erhältlich war, auch als Print-book erhältlich. Bestellbar über Amazon und schneller zu beziehen über
http://www.tredition.de/books/ID394?PageMethod=OpenCreation&creationId=394
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Mittwoch, 6. Februar 2008
Begegnung am Zentralfriedhof
Wer einer Rezension, die in einer österreichischen Qualitäts-Zeitung erschien, Glauben schenkt, der wird es sich ersparen, den Film über das Leben von Hansi Hölzel alias „Falco“ anzuschauen. Tatsächlich finde ich einerseits den Rummel rund um den 10. Todestag dieses österreichischen Ausnahme-Musikers übertrieben, andererseits zeigte es nicht unbedingt von besonderem Fingerspitzengefühl, Thomas Roth mit dem Drehbuch und der Regie des „Falco“-Films zu betrauen. Thomas Roth ist seines Zeichens der Sohn des – zweifellos – sehr guten österreichischen Autors Gerhard Roth, der also seinen Sohn nicht davon abgehalten hat, eine Schmonzette zu schreiben und zu inszenieren. Hm, ich schreibe dies also, ohne den Film gesehen zu haben… Aber, keine Sorge, ich vertraue ganz auf die Erkenntnisse, die mir bereits vorab zugänglich sind; so findet etwa auch die Mutter von Hansi Hölzel das Drehbuch schlecht, und dem Leben ihres Sohnes nicht angemessen... wenngleich – vielleicht wird „Falco“ doch ein „Denkmal“ gesetzt, das ihm würdig ist?
Ja, aber IST „Falco“ nicht schon ein Denkmal, und jeder Versuch, ihm – bspw. filmisch – gerecht zu werden, zum Scheitern verurteilt? „Amadeus“, „Jeanny Part 1“, „Jeanny Part 2“, und „Helden von heute“ zählen zu meinen absoluten Lieblings-Songs des „Falken“, der eine außerordentliche Bandbreite an musikalischer Qualität hinterließ. Ach, und bei all dem Rummel ist mir sein 10. Todestag doch einen Eintrag in dieses – manchmal sträflich vernachlässigte – Weblog wert? Der Grund dafür liegt darin, dass ich vor ein paar Tagen von einem jungen Mann auf dem Wiener Zentralfriedhof angesprochen wurde, der mich fragte, ob ich denn wisse, wo sich das Grab von „Falco“ befände? Ja, und ich führte den jungen Mann fast blindlings zum Grab, was ihm freilich behagte. Auf dem Weg sprachen wir über all den Rummel, und mein Begleiter erzählte mir auch vom tragischen Drogentod eines seiner Bekannten. Das Leben kann so verdammt kurz sein, und „Falco“ hätte noch verdammt viel als Künstler zu sagen gehabt, aber sein Schicksal wollte es anders. Es sind so viele Menschen auf dem Wiener Zentralfriedhof begraben worden, deren Tod zu früh gekommen war. Wir sollten den lieben Menschen, die uns vorausgegangen sind, nicht nur an bestimmten Tagen des Jahres gedenken. Sie alle haben diese Welt mit ihrem Dasein bereichert, auch wenn es bei so manchem Zeitgenossen nur schwer zu glauben sein mag. Das große Gedenken an Hansi Hölzel ist nur ein kleiner Puzzlestein im Mosaik der Menschheit. Jeder andere Mensch – auch der junge Mann, der elendiglich an einer Überdosis starb - ist es wert, bedacht zu werden.
Ja, aber IST „Falco“ nicht schon ein Denkmal, und jeder Versuch, ihm – bspw. filmisch – gerecht zu werden, zum Scheitern verurteilt? „Amadeus“, „Jeanny Part 1“, „Jeanny Part 2“, und „Helden von heute“ zählen zu meinen absoluten Lieblings-Songs des „Falken“, der eine außerordentliche Bandbreite an musikalischer Qualität hinterließ. Ach, und bei all dem Rummel ist mir sein 10. Todestag doch einen Eintrag in dieses – manchmal sträflich vernachlässigte – Weblog wert? Der Grund dafür liegt darin, dass ich vor ein paar Tagen von einem jungen Mann auf dem Wiener Zentralfriedhof angesprochen wurde, der mich fragte, ob ich denn wisse, wo sich das Grab von „Falco“ befände? Ja, und ich führte den jungen Mann fast blindlings zum Grab, was ihm freilich behagte. Auf dem Weg sprachen wir über all den Rummel, und mein Begleiter erzählte mir auch vom tragischen Drogentod eines seiner Bekannten. Das Leben kann so verdammt kurz sein, und „Falco“ hätte noch verdammt viel als Künstler zu sagen gehabt, aber sein Schicksal wollte es anders. Es sind so viele Menschen auf dem Wiener Zentralfriedhof begraben worden, deren Tod zu früh gekommen war. Wir sollten den lieben Menschen, die uns vorausgegangen sind, nicht nur an bestimmten Tagen des Jahres gedenken. Sie alle haben diese Welt mit ihrem Dasein bereichert, auch wenn es bei so manchem Zeitgenossen nur schwer zu glauben sein mag. Das große Gedenken an Hansi Hölzel ist nur ein kleiner Puzzlestein im Mosaik der Menschheit. Jeder andere Mensch – auch der junge Mann, der elendiglich an einer Überdosis starb - ist es wert, bedacht zu werden.
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Montag, 4. Februar 2008
Volksvernichtung
Es muss eines der ersten Stücke gewesen sein, welches ich im Wiener Volkstheater gesehen habe, und es ist ein Stück, das mich von Anfang bis Schluss fasziniert hat.„Volksvernichtung oder meine Leber ist sinnlos“ ist jenes Stück, mit dem Werner Schwab einen ersten großen Erfolg hatte, und das vielleicht immer noch als sein erstaunlichstes dramatisches Werk gilt.
Werner Schwab hat in kürzester Zeit 16 Stücke geschrieben, von denen jedoch sieben erst nach seinem frühen Tod uraufgeführt worden sind. Er wollte mit seinen Stücken mit Hilfe seiner ausufernden Sprache die „brave“ Theater-Welt aushebeln, was ihm durchaus auch gelungen ist. Die Wortgewalt, die Kaskaden von Irrsinn, von der die Bühnen erschüttert wurden und werden, konnten und können wohl keinen Zuschauer kalt lassen.
Heute wäre Werner Schwab 50 Jahre alt, wenn er nicht schon am Neujahrsmorgen des Jahres 1994 im Alter von knapp 36 Jahren den Tod gefunden hätte, der auf seinen extremen Lebensstil zurückgeführt werden mag.
Donnerstag, 17. Januar 2008
Krieg und Frieden
Nun ist also ein (angebliches) Fernsehereignis, das sich über vier Teile zu je 90 Minuten erstreckte, zu Ende gegangen, und irgendwie bin ich nicht gerade überzeugt von der filmischen Adaption des Romans „Krieg und Frieden“ von Tolstoi.
Bereits vorab war ja davon zu hören, dass die Liebe einen besonderen Stellenwert zugestanden bekommen sollte, und dementsprechend war die Dramaturgie dieser kleinen Serie, die eine Unmenge an Produktionsgeld verschlungen hat, gesetzt. Bei den diversen Konstellationen von Liebesbeziehungen, die nur in einem einzigen Fall als sexuell obsessiv beschrieben werden mag, sind die Männer – mit Ausnahme von Pierre – merkwürdige, geistlose Gesellen, die an den Frauen nur bedingt oder nicht nachvollziehbar interessiert sind. Wer das Buch kennt, dem wird bekannt sein, dass von Eindimensionalität dieses Ausmaßes nicht ausgegangen werden kann. Es ist freilich keineswegs eine Notwendigkeit, Männer komplex und weitgehender darzustellen, aber wenn es der Handlung und den ihr eingeordneten Strukturen hilfreich wäre?
Kurzum, Männer sind oft Idioten; insbesondere jene, die kompromisslos in den Krieg ziehen, aber auch dieses Thema wurde nur zart angedeutet.
Umso romantischer verhielten sich die zahlreichen Frauen, welche die Schauplätze durchschritten. Auch wenn die „romantische Liebe“ seinerzeit noch unbekannt gewesen sein mag, und wenn, dann nur von den Frauen gesucht und in den seltensten Fällen auch gefunden wurde, ist es doch kurios, dass die Frauenfiguren auf ihre Weise genauso eindimensional dargestellt werden wie die Herren der Schöpfung. Natürlich erzielen die Frauen in ihrer Eindimensionalität eine weit stärkere Wirkung als die Männer, und das müssten selbst die Frauen zugeben, die die Serie gesehen haben.
Diese Filmadaption von Herrn Dornhelm wäre von mir als völlig misslungen einzuschätzen, wenn es nicht doch zwei erfreuliche Aspekte gäbe: Zum Einen die Präsenz von Pierre, der im Übrigen auch im Buch eine wichtige Funktion erfüllt. Zwar wird Pierre auch nicht unbedingt komplex geschildert, und seine psychologische Entwicklung kann nur angedeutet werden; aber er vermag in all den Eindimensionalitäten der Figuren als eigenständige Persönlichkeit zu überzeugen. Somit mag er für nicht wenige Zuschauer der einzige Identifikationspunkt gewesen sein, was ich keineswegs schlecht finde. Vielleicht wollte Dornhelm ja die Besonderheit von Pierre besonders stark darstellen, und nahm dafür in Kauf, anderen Figuren kaum Konturen zu verleihen. Jedenfalls – und nun komme ich zum Anderen – macht Pierre gerade auch den vierten und letzten Teil von „Krieg und Frieden“ zu etwas Besonderem, weil er für seine Überzeugung fast elendiglich krepiert, und nur mit viel Glück wieder zu seiner Familie und seinen Freunden lebendig zurückkehrt, und schließlich doch Natascha ehelichen kann.
Der letzte Teil erwies sich für mich als der mit großem Abstand beste der vier Teile. Endlich wurde auch der Krieg in jener Weise dargestellt, sodass sich der Zuschauer ein Bild der Ereignisse machen konnte. Die Szene, wo Pierre kraftlos von Schnee überdeckt da liegt, und dem Tode schon sehr nah ist, bis plötzlich ein Mann auftaucht, der ihn buchstäblich ausgräbt, und wieder zum Leben verhilft, ist für mich die Schlüsselszene des Vierteilers. Es ist enormes Glück, das ihn so viele tragische Momente überstehen ließ, und damit der Figur des Pierre jene Bedeutung zugesteht, wie sie auch so mancher anderen Figur hätte zugeordnet werden müssen.
Es bleibt also der Eindruck zurück, dass der Roman von Tolstoi nicht einmal angerissen worden wäre, wenn da nicht die ausgezeichnete Präsenz von Pierre, und – doch – der letzte Teil existierten. Diese beiden Aspekte haben mich darin bestätigt, dass es – trotz all der Schwächen dieser kleinen Serie – eine gute Entscheidung war, mich mit dieser Filmadaption eines Romans von Tolstoi auseinander zu setzen. Ich bereue die Sichtung also keineswegs!
Bereits vorab war ja davon zu hören, dass die Liebe einen besonderen Stellenwert zugestanden bekommen sollte, und dementsprechend war die Dramaturgie dieser kleinen Serie, die eine Unmenge an Produktionsgeld verschlungen hat, gesetzt. Bei den diversen Konstellationen von Liebesbeziehungen, die nur in einem einzigen Fall als sexuell obsessiv beschrieben werden mag, sind die Männer – mit Ausnahme von Pierre – merkwürdige, geistlose Gesellen, die an den Frauen nur bedingt oder nicht nachvollziehbar interessiert sind. Wer das Buch kennt, dem wird bekannt sein, dass von Eindimensionalität dieses Ausmaßes nicht ausgegangen werden kann. Es ist freilich keineswegs eine Notwendigkeit, Männer komplex und weitgehender darzustellen, aber wenn es der Handlung und den ihr eingeordneten Strukturen hilfreich wäre?
Kurzum, Männer sind oft Idioten; insbesondere jene, die kompromisslos in den Krieg ziehen, aber auch dieses Thema wurde nur zart angedeutet.
Umso romantischer verhielten sich die zahlreichen Frauen, welche die Schauplätze durchschritten. Auch wenn die „romantische Liebe“ seinerzeit noch unbekannt gewesen sein mag, und wenn, dann nur von den Frauen gesucht und in den seltensten Fällen auch gefunden wurde, ist es doch kurios, dass die Frauenfiguren auf ihre Weise genauso eindimensional dargestellt werden wie die Herren der Schöpfung. Natürlich erzielen die Frauen in ihrer Eindimensionalität eine weit stärkere Wirkung als die Männer, und das müssten selbst die Frauen zugeben, die die Serie gesehen haben.
Diese Filmadaption von Herrn Dornhelm wäre von mir als völlig misslungen einzuschätzen, wenn es nicht doch zwei erfreuliche Aspekte gäbe: Zum Einen die Präsenz von Pierre, der im Übrigen auch im Buch eine wichtige Funktion erfüllt. Zwar wird Pierre auch nicht unbedingt komplex geschildert, und seine psychologische Entwicklung kann nur angedeutet werden; aber er vermag in all den Eindimensionalitäten der Figuren als eigenständige Persönlichkeit zu überzeugen. Somit mag er für nicht wenige Zuschauer der einzige Identifikationspunkt gewesen sein, was ich keineswegs schlecht finde. Vielleicht wollte Dornhelm ja die Besonderheit von Pierre besonders stark darstellen, und nahm dafür in Kauf, anderen Figuren kaum Konturen zu verleihen. Jedenfalls – und nun komme ich zum Anderen – macht Pierre gerade auch den vierten und letzten Teil von „Krieg und Frieden“ zu etwas Besonderem, weil er für seine Überzeugung fast elendiglich krepiert, und nur mit viel Glück wieder zu seiner Familie und seinen Freunden lebendig zurückkehrt, und schließlich doch Natascha ehelichen kann.
Der letzte Teil erwies sich für mich als der mit großem Abstand beste der vier Teile. Endlich wurde auch der Krieg in jener Weise dargestellt, sodass sich der Zuschauer ein Bild der Ereignisse machen konnte. Die Szene, wo Pierre kraftlos von Schnee überdeckt da liegt, und dem Tode schon sehr nah ist, bis plötzlich ein Mann auftaucht, der ihn buchstäblich ausgräbt, und wieder zum Leben verhilft, ist für mich die Schlüsselszene des Vierteilers. Es ist enormes Glück, das ihn so viele tragische Momente überstehen ließ, und damit der Figur des Pierre jene Bedeutung zugesteht, wie sie auch so mancher anderen Figur hätte zugeordnet werden müssen.
Es bleibt also der Eindruck zurück, dass der Roman von Tolstoi nicht einmal angerissen worden wäre, wenn da nicht die ausgezeichnete Präsenz von Pierre, und – doch – der letzte Teil existierten. Diese beiden Aspekte haben mich darin bestätigt, dass es – trotz all der Schwächen dieser kleinen Serie – eine gute Entscheidung war, mich mit dieser Filmadaption eines Romans von Tolstoi auseinander zu setzen. Ich bereue die Sichtung also keineswegs!
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Donnerstag, 10. Januar 2008
60. Geburtstag von Helga Anders
Die hervorragende Schauspielerin Helga Anders wäre heute 60 Jahre alt geworden. Das unabwendbare Schicksal schlug in ihrem Falle hart zu, und sie verstarb bereits im Alter von nur 38 Jahren im Jahre 1986.
Es ist gar nicht so lange her, dass ich erstmals auf Helga Anders aufmerksam wurde. Und zwar in der Krimiserie „Derrick“, wo sie in der Folge „Kaffee mit Beate“ eine unvergessliche Performance ablieferte. Für mich zählt diese Episode der Serie neben einigen anderen (etwa „Der Klassenbeste“ und „Hals in der Schlinge“) zu den Highlights.
Nur wenig später habe ich dann erfahren, dass sie in der Zeichentrickserie „Pinocchio“ die Titelfigur sprach. Eine junge Frau, die einem Holzpüppchen die Stimme verleiht; eine tolle Sache, und sie meisterte diese Aufgabe bravourös. Schließlich interessierte ich mich immer mehr für ihr Leben, und die Hintergründe ihres frühen Todes. Es wird gemunkelt, sie sei an gebrochenem Herzen gestorben, was durchaus zutreffen könnte. Sie wird vielen Zuschauern mit ihren wunderbaren Rollen noch lange in Erinnerung bleiben. Schon als Kind hat sie an der Seite von Heinz Rühmann („Max, der Taschendieb“) gespielt, und die kleine Serie „Forellenhof“ hat sie mit ihrer Rollenfigur aufgewertet.
Sie wirkte in der Böll-Verfilmung „Ansichten eines Clowns“, und in einer internationalen Produktion („Temporale Rosie“, u.a. mit Gerard Depardieu) mit.
Helga Anders galt als „Fräuleinwunder“ und spielte auch in einigen harmlosen Filmchen mit, deren Qualität stark zu bezweifeln ist. Doch durch ihre Präsenz hat sie selbst den schlechtesten Filmen einiges an Substanz verliehen. Insbesondere in ihren 20´ern war ihre besondere Ausstrahlung Anlaß genug, sie für spezifische Rollen zu besetzen. „Kaffee mit Beate“ ist jene Rolle, die buchstäblich auf sie zugeschnitten sein mochte. Eine junge Frau, die mit vielen Widersprüchen leben muss, und sich bemüht, den richtigen Mann fürs Leben zu finden.
Linktipp: Essay über die Rollen von Helga Anders in den „Derrick“-Episoden
http://www.derrick-fanclub.de/helgaanders.htm
Mittwoch, 9. Januar 2008
Simone de Beauvoir

Ich gehöre nicht zu jenen Feministen, die „Das andere Geschlecht“ mehrmals gelesen haben, und darüber besonders erbaut gewesen sind (was nicht bedeutet, dass ich kein Feminist bin).
Vielmehr habe ich mich intensiv mit dem langjährigen Gefährten von Simone de Beauvoir, Jean-Paul Sartre, beschäftigt, und insbesondere „Das Sein und das Nichts“ zu begreifen versucht.
Nicht wenige Literaturkritiker sind dazu geneigt, die Sachbücher von Simone de Beauvoir weit über ihre literarischen Stoffe zu stellen. Ich für meinen Teil teile diese Ansicht nicht.
Gelesen habe ich nur einen einzigen Roman von ihr, und doch wage ich zu behaupten, dass dieser Roman in literarischer Hinsicht als außerordentlich einzustufen ist.
Es handelt sich um „Alle Menschen sind sterblich“, ein sehr dichtes, komplexes Werk, das als Hauptfigur einen Mann namens Fosca hat, der zur Unsterblichkeit verdammt ist. Die Autorin lässt ihren „Helden“ sechs Jahrhunderte lang durch die Weltgeschichte streifen, und es ist letztlich keineswegs so, dass Fosca mehr Glück erlangt, mehr Talente entwickelt, mehr Erkenntnisse über die Menschen und die Schöpfung gewonnen hätte als sterbliche Menschen.
Durch die Begrenztheit des Lebens ist der Mensch dazu angehalten, sein Leben nicht wie einen verschimmelten Knochen wegzuwerfen, sondern täglich mit Inbrunst an seiner Weiterentwicklung zu arbeiten, was – zumindest hie und da – auch tatsächlich gelingt. Wäre der Mensch unsterblich, würde er das Leben dann nicht mehr als kostbares Geschenk ansehen, sondern als selbstverständlich? Wer „Alle Menschen sind sterblich“ liest, wird einige Überraschungen erleben, und allerlei Erkenntnisse gewinnen können, die die meisten Menschen, selbst wenn sie sechs Jahrhunderte leben sollten, nie machen mögen. Es ist nicht leicht, der Lebensgeschichte von Fosca zu folgen, da er mehr Menschen sterben sieht, als ihm zuträglich sein mag.
Zum 100. Geburtstag von Simone de Beauvoir sei daran erinnert, welch fantastische literarische Leistungen sie vollbracht hat. Ihre Sachbücher haben sie zwar vielleicht „unsterblich“ gemacht, aber ihre literarischen Werke stehen dem mit Sicherheit um nichts nach, wenngleich ich bislang nicht über das Lesen dieses erstaunlichen Werkes „Alle Menschen sind sterblich“ hinausgekommen bin.
Machen wir uns auf, und lesen Simone de Beauvoir!
Vielmehr habe ich mich intensiv mit dem langjährigen Gefährten von Simone de Beauvoir, Jean-Paul Sartre, beschäftigt, und insbesondere „Das Sein und das Nichts“ zu begreifen versucht.
Nicht wenige Literaturkritiker sind dazu geneigt, die Sachbücher von Simone de Beauvoir weit über ihre literarischen Stoffe zu stellen. Ich für meinen Teil teile diese Ansicht nicht.
Gelesen habe ich nur einen einzigen Roman von ihr, und doch wage ich zu behaupten, dass dieser Roman in literarischer Hinsicht als außerordentlich einzustufen ist.
Es handelt sich um „Alle Menschen sind sterblich“, ein sehr dichtes, komplexes Werk, das als Hauptfigur einen Mann namens Fosca hat, der zur Unsterblichkeit verdammt ist. Die Autorin lässt ihren „Helden“ sechs Jahrhunderte lang durch die Weltgeschichte streifen, und es ist letztlich keineswegs so, dass Fosca mehr Glück erlangt, mehr Talente entwickelt, mehr Erkenntnisse über die Menschen und die Schöpfung gewonnen hätte als sterbliche Menschen.
Durch die Begrenztheit des Lebens ist der Mensch dazu angehalten, sein Leben nicht wie einen verschimmelten Knochen wegzuwerfen, sondern täglich mit Inbrunst an seiner Weiterentwicklung zu arbeiten, was – zumindest hie und da – auch tatsächlich gelingt. Wäre der Mensch unsterblich, würde er das Leben dann nicht mehr als kostbares Geschenk ansehen, sondern als selbstverständlich? Wer „Alle Menschen sind sterblich“ liest, wird einige Überraschungen erleben, und allerlei Erkenntnisse gewinnen können, die die meisten Menschen, selbst wenn sie sechs Jahrhunderte leben sollten, nie machen mögen. Es ist nicht leicht, der Lebensgeschichte von Fosca zu folgen, da er mehr Menschen sterben sieht, als ihm zuträglich sein mag.
Zum 100. Geburtstag von Simone de Beauvoir sei daran erinnert, welch fantastische literarische Leistungen sie vollbracht hat. Ihre Sachbücher haben sie zwar vielleicht „unsterblich“ gemacht, aber ihre literarischen Werke stehen dem mit Sicherheit um nichts nach, wenngleich ich bislang nicht über das Lesen dieses erstaunlichen Werkes „Alle Menschen sind sterblich“ hinausgekommen bin.
Machen wir uns auf, und lesen Simone de Beauvoir!
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